Von Löffeln und Turbinen: Die Besteckfabrik Hesse in Schmallenberg – ein technisches Denkmal

Zum Tag des offenen Denkmals® 2020 gibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Einblicke in ausgewählte Denkmale:

Die Führung bietet einen Rundgang durch die ehemalige Besteckfabrik und vollzieht im Rahmen einer Werksvorführung die einzelnen Etappen der historischen Besteckherstellung nach. Sehen Sie den Alltagsgegenstand Besteck mit anderen Augen.

Die Besteckfabrik Hesse, heute ein technisches Museum, liegt im Schmallenberger Ortsteil Fleckenberg. 1865 wurde das Hauptgebäude zunächst für die Wollspinnerei errichtet, bis die Textilproduktion in den 1920er-Jahren eingestellt wurde. 1938-82 nutzte man die Anlage zur Herstellung von Essbesteck und Vorlegegarnituren. Danach blieb die Firma mit dem gesamten Inventar unberührt erhalten. In den 1990er-Jahren pachtete der Heimatverein Schmallenberg-Fleckenberg das Ensemble und eröffnete dort 2000 ein technisches Museum mit ständiger Ausstellung. An den Maschinen wird vorführweise weiterhin Besteck hergestellt. Dank der GlücksSpirale und zahlreicher Spenden unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Förderprojekt derzeit finanziell bei der Instandsetzung der Außenhülle, von Wehr und Zulauf der ehemaligen Fabrik.

Die Anlage besteht aus mehreren Teilen: zunächst dem dreigeschossigen Haupthaus, dessen Erdgeschoss und erstes Obergeschoss aus unverputztem Bruchstein besteht, während das zweite Obergeschoss in Fachwerk ausgeführt ist. Hochrechteckige, von Klinkersteinen eingefasste Stahl-Sprossenfenster gliedern symmetrisch die Fassaden. Ein weit vorkragendes, flaches, mit Bitumenbahnen gedecktes Satteldach deckt den Bau. An das Haupthaus schließt sich das etwas jüngere, zweigeschossige Hammerwerk an, in dem sich ursprünglich der mit Wasser angetriebene Schmiedehammer befand. Zuletzt wurde an den Giebel des Hammerwerkes das eingeschossige Turbinenhaus angebaut, das um 1960 als schlichter Zweckbau mit Schleppdach aus Welleternit errichtet wurde und die Schachtturbine beherbergt. Bemerkenswert ist, dass die historischen Friktionsspindel- und Exzenterpressen sowie die Schleif- und Polierplätze der Fertigung original erhalten sind. Ebenso die Schlosserei mit den Arbeitsplätzen der Schlosser, Graveure und Schnittmacher sowie die Packerei und das Lager. Erwähnenswert ist auch das Strom erzeugende Wasserkraftwerk, das das Museum versorgt und überschüssigen Strom ins Netz einspeist.

Industrie und Technik

Besteckfabrik Hesse - Technisches Museum Fleckenberg

Wiesenstraße 11, 57392 Schmallenberg
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